Simon Avenar

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Simon Avenar
Übersicht
Simon2.jpg
Spieler Nagakura
Alter 26 Jahre alt
Geschlecht männlich
Rasse Mensch

Aussehen

Simon.jpg

Simon bietet einen angenehmen, aber unspektakulären Anblick. Er ist athletisch und groß. Sein Körper ist durch andauernde Übungen abgehärtet. Dabei ist er aber nicht sonderlich muskulös.
Der Magier hat einen wachen Geist, der seine Umwelt mit grau-braunen Augen wahrnimmt. Ihm fallen immer wieder Strähnen seines schwarzen Haars ins Gesicht. Diese streicht er mit einer unbewussten Geste hinter die Ohren.
Der Magier fühlt sich in bequemer Kleidung am wohlsten. Roben sind zwar bequem, aber doch auch höchst unpraktisch. Wie leicht könnte dieses Kleidungsstück einen in eine kompromittierende Lage bringen.
Dennoch zwingen ihn die Statuten und Konventionen des Magierturms - und seine Position - ihn auch formelle Kleidung zu tragen. Allerdings besteht diese nicht aus einer klassischen Robe, sondern aus einem Mantel der ihm bis an seine Knöchel reicht. Dieser spezielle dunkelrote Mantel wird vorn mit drei magnetischen Schnallen geschlossen. Darunter trägt er eine strapazierfähige Lederhose, ein Braunes Wollhemd und Lederstiefel.
Wenn Simon nicht gerade Unterrichtet, oder seinen sonstigen Verpflichtungen im Magierturm nachgeht, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass er mit einer schwarzen Baumwollhose und einem weißem Hemd bekleidet ist. Dazu kommen noch feste Lederstiefel und bei schlechtem Wetter ein schwerer grauer Kutschermantel.


Herkunft & Familie

Simon wurde vor langer Zeit in der Stadt Aron geboren.
Sein Vater war vor seinem Tod ein Berater des ehemaligen Erzmagiers und seine Mutter hatte sich auf das Studium der elementaren Magie verschrieben.
Seine Schwester starb bei einer misslungenen Beschwörung und sein älterer Bruder hatte sein Leben im Dienst der Wache verbracht.

Hintergrund & wichtige Punkte aus der Lebensgeschichte

Simon wurde in einem kleinen Häuschen im östlichem Stadtteil Arons geboren. Es war im Prinzip ein Tag wie jeder andere. Doch aus heutiger Sicht war diese Geburt ein außergewöhnliches Ereignis - denn sie liegt weit in der Vergangenheit.
Seine Eltern - beides Magier - hatten sich nach dem tragischen Tod ihrer Tochter noch ein Kind gewünscht. Man könnte dies als selbstsüchtig ansehen und sagen, dass sie mit dem Kind lediglich den Verlust ihrer Tochter kompensieren wollten. Doch ihr Verhalten strafte solche Aussagen lügen.
Der kleine Simon bekam alle Aufmerksamkeit und Liebe, die sich ein Kind nur wünschen konnte.
Später durfte er dann auch länger außer Haus bleiben als gleichaltrige. Seine Eltern meinten, dass es ein Vertrauensbeweis war. Doch obwohl er ohne sinnlose Verbote, oder strenge Vorschriften aufwuchs, so gab es für ihn doch ein Tabu. Magie. Der Junge erfuhr nichts Genaueres über die Arbeit seiner Eltern und auch die meisten Bücher im Haus waren für ihn nicht zugänglich gewesen.
Dies änderte sich an einem Morgen, der schrecklich diesig war. Simon war damals sieben Jahre alt. Und er fror erbärmlich in der feucht-kalten Luft.
Seine Mutter hatte ihn auf den Markt geschickt um Fisch zu holen und ihm kam es wie die wichtigste Aufgabe der Welt vor. Es betrübte ihn nur, dass noch so viele Menschen vor ihm in der Schlange standen. Er wünschte sich, dass es wärmer wäre und nicht mehr so verdammt Neblig.
Plötzlich fing ein Heuwagen Feuer. Dies geschah jedoch nicht in einem Feuerball. Vielmehr glomm erst eine kleine Stelle. Die Glut breitete sich ohne sichtbare Hast aus und schließlich züngelten die ersten kleinen Flämmchen am Heu. Fraßen mehr von der trockenen Fracht und wuchsen, bis sie schließlich den gesamten Wagen einhüllten. Die Umstehenden organisierten fast panisch eine Eimerkette, manche standen nur dabei und betrachteten das Spektakel. Niemand achtete auf Simon, der den warmen Schein bewunderte. Doch plötzlich wurde es dunkel um das Kind...

Als der Junge erwachte war es immer noch dunkel, doch es war eine andere Art der Dunkelheit die ihn nun umfing. Es war die Art der Dunkelheit, die in einem fensterlosen Raum herrschte, wenn die Tür zu war und keine Kerze brannte. Es war keineswegs so, als hätte Simon nicht bemerkt, dass ihm jemand etwas über den Kopf gestülpt hätte. Aber über seinem Kopf war nichts mehr, dass seine Sicht beeinträchtigt hätte. Es gab nur kein Licht mehr. Und somit auch nichts was er hätte sehen können.
Verwirrt rappelte er sich auf uns starrte angestrengt in die Dunkelheit. Doch es ereignete sich nichts. Also setzte er sich im Schneidersitz hin und wartete…
Irgendwann öffnete sich die Tür zu dem kleinen Raum. Ein Mann kam mit einem kleinem Hocker und einer Lampe herein und setzte sich vor ihm. „Da hast du ja ein ganz schönes Chaos angerichtet“, meinte der dunkelhaarige Fremde mit einer ungewöhnlich hohen Stimme. “Aber zum Glück ist nichts schlimmeres geschehen.“
Der Mann Fragte ihn nach seinem Namen und stellte sich dann als Luran vor. Er war ein Magier und lebte im Magierturm. Dort kümmerte er sich um die Ausbildung der Neulinge und somit war er auch für Simon verantwortlich.
Dem Gespräch folgte eine Weile des Wartens. Luran hatte ihm erklärt, dass man erst sehen müsse, wo man ihn unterbringen konnte. Und bis das geklärt war, würde Simon in dem Raum ausharren müssen…

Die darauf folgenden Tage verbrachte Simon fast ausschließlich mit Luran. Er musste seine Fähigkeiten verstehen und sie kontrollieren können. Erst wenn dies geschehen war, würde er richtig ausgebildet werden. Doch Simon erwies sich als sehr gelehrig. Die Bewältigung der Konzentrationsübungen fiel ihm nicht schwer. Und nach zehn Tagen durfte der Junge erstmals am normalen Unterricht teilnehmen – mit Katastrophalen Folgen…
Erst vertauschte er einige Chemikalien und hätte fast das gesamte Klassenzimmer in Brand gesteckt und später hatte er einen Klassenkameraden in einer impulsiven Abwehrreaktion gegen die Wand geschleudert.
Doch dank der Geduld seiner Lehrer – und nicht zuletzt der seines Mentors, - gelang ihm der bewusste Umgang mit seinen Kräften immer besser. Nach drei Jahren intensivster Ausbildung wurde ein Unterschied zwischen ihm und seinen gleichaltrigen Klassenkameraden ersichtlich. Simon war kein Magier, den man einfach klassifizieren konnte. Manche vermuteten, dass hier das unbewusste Band zwischen Luran und Simon offensichtlich wurde. Denn Simon war kein Heiler, oder Elementarmagier auch in den alchemistischen Bereichen glänzte er nicht. Das soll jedoch nicht bedeuten, dass er diese Dinge nicht beherrscht, doch Simon war aus Sicht der Arkanen Klassifizierung ein wahrer Sonderling. Es gab viele Magier, die Kämpfen konnten. Sie benutzten die magischen Kräfte um eine destruktive Wirkung bei ihrem Gegner hervorzurufen. Dies tat Simon genauso, doch gleichzeitig waren diese Zauber bei seiner Klasse viel mächtiger und erfolgten noch präziser, als dies bei Magiern ohnehin schon der Fall gewesen war. Und noch eins Unterschied Simons Klasse von allen anderen Magiern. Sie verwendeten im Kampf auch physische Angriffe. Es mag ein ungewöhnlicher Anblick sein, wenn ein Magier auf einen anderen zuging und diesen dann schlug. Doch hatte das durchaus einen Sinn. So verletzten die Angriffe den Gegner und konnten Schildbrechende Wirkung haben. Ganz nebenbei zerstörte ein physischer Treffer die Konzentration des gegnerischen Magiers und machten einen noch unvollendeten Zauber zunichte.

Simon war ein reiner Kampfmagier. Er war mit dreizehn Jahren nicht stärker, als ein anderer Junge in seinem Alter. Doch was ihm an Stärke fehlte, machte er mit etwas Flinkheit und einer großen Portion Dreistigkeit wieder wett. So schaffte er es schon damals mächtigere zu besiegen. Doch er hatte nicht lange mit dieser Methode Erfolg. Schon bald hatten sich seine Gegner an die Flinkheit des Jungen gewöhnt und brachten ihm bittere Niederlagen bei. Die schmerzhafteste war wohl die gegen den vier Jahre älteren Miro. Er schaffte es, Simon mit nur einem einzigen Zauber außer Gefecht zu setzen. Und Simon war sehenden Auges in seine Niederlage gerannt.
Dabei waren Miros Zauber nicht einmal besonders mächtig. Doch er schaffte es den jungen Magier zu verwirren, indem er die Schwerkraft für Simon aufhob und ihn dann lähmte. Aus diesem Kampf hatte er einige wichtige Lehren gezogen. Die wichtigste lautete: Rechne mit absolut allem!

Mit fünfundzwanzig Jahren wurde Simon zum Magier geweiht. Aus dem kleinen Jungen war ein kräftiger Mann geworden. Ein Mann, der etwas von der Welt sehen und von Magiern außerhalb Arons lernen wollte.
Man ließ ihn gehen und wünschte ihm auch noch viel Erfolg bei seiner Reise. Doch niemand ahnte, dass es beinahe einhundertfünfzig Jahre dauern würde, ehe Simon die Stadt wieder betreten würde…

Zunächst wandte sich der Magier nach Süden. Sein erstes Ziel war das Kaiserreich Bryar. Um dorthin zu gelangen, Kaufte er sich eine Überfahrt. Das Schiff umsegelte die Küsten Nathilions und legte in einer der größeren Hafenstädte an. Dort arbeitete Simon als Schreiber für einen Händler. Doch er erhielt kein Geld für seine Dienste, sondern einen geräumigen Raum und Verpflegung. Natürlich bekam er auch einiges für seine Forschungen. So hat der Magier in Bryar eher unwichtige Abhandlungen geschrieben. Zum Beispiel eine über die magische Reinigung von Wolle, oder wie man wollene Kleidung wasserundurchlässig macht.
Doch es hielt Simon nicht lange im Kaiserreich. Der Magier suchte das Neue und Bryar hatte seinen Reiz mit den Wochen verloren. Andere Reiche lockten mit Wissen, Geheimnissen und Mysterien. Und so zog er weiter. Unschlüssig, ob er bleiben, oder verweilen sollte, blieb er nirgends länger als ein paar Tage und durchreiste so die Länder Naromyr.
Selbst in Irdenburg blieb er nur eine Woche. Ein Senator hatte ihn als Gast aufgenommen, nachdem er den Sturz seiner Tochter gebremst hatte. Das kleine Mädchen hatte beim Balancieren auf einer Mauer das Gleichgewicht verloren. In Simons Augen war das keine große Tat, weil die Mauer nur einen knappen Meter hoch war. Jedoch wollte er auch nicht unhöflich sein, also nahm er Quartier bei dem Mann.

Es verstrichen einige Wochen. Es waren friedliche Wochen, in denen der Magier gut voran kam. Doch in Usom wollte er eine Rast machen. Der Grund dafür war eine Höhle. Die Dorfbewohner erzählten sich die schaurigsten Geschichten darüber. Geister und andere Monster sollten darin ihr Unwesen treiben. Des Nachts sollten sie sich aus der Höhle wagen und die Umgebung heimsuchen.
Simon wusste selbst nicht warum, doch er wollte sich diese Höhle einmal genauer ansehen.

Obwohl ihn die Dorfbewohner gewarnt hatten, ging der Magier nachts zu dem Ort. Doch er entdeckte nichts. Keine Monster, keine Geister. Nicht das kleinste Anzeichen dafür, dass hier etwas Abnormales vorging. Doch als er die Höhle betrat hatte er das Gefühl, als ob sich die Welt um einhundert achtzig Grad drehen würde. Doch dies war wohl nur ein Trugschluss. Und so stieß er tiefer in die Höhle vor.
Nachdem er sich mehrere Stunden durch enge Durchgänge gequetscht, über etliche Geröllhaufen geklettert und einen unterirdisch fließenden Bach durchquert hatte, beschloss er wieder umzukehren. Doch als er wieder in die Kaverne kam, die nach außen führte, sah er vor dem Höhlenausgang eine milchig weiße, halb transparente Sperre. Vorsichtig erkundete er das Hindernis. Doch er fand keinen Ursprung. Es war, als wäre die Wand autark. Doch wo kam dann die Energie her um sie aufrecht zu erhalten?
Während Simon nachdachte näherte sich etwas. Es schlich nicht und machte dennoch keine Geräusche. Erst als es erste Worte sprach, bemerkte der junge Magier es. Noch während er erschrocken herumwirbelte, baute Simon ein magisches Schild um sich herum auf. Und dass es auch am Boden vorhanden war, rettete ihm das Leben. Kaum, dass er die Drehung vollendet hatte schossen blaue Flammen um ihn herum in die Höhe, hüllten ihn ein und nahmen ihn die Sicht auf seinen Kontrahenten.
Der erste Schock war schnell überwunden und Simon überlegte, wie und welche Gegenmaßnahmen er ergreifen könnte. Er entschied sich für das einfachste. Rasch dehnte er seinen Schild aus und verstärkte ihn. Ließ ihn immer greifbarer und massiver werden. Es war anstrengend, aber als die Hohlkugel aus Energie die Höhlenwände erreichte, versiegten die Flammen schlagartig und sein Gegner wurde seines Verstecks beraubt.

Der Angreifer entpuppte sich als Angreiferin. Nachdem Simon etwas nachgeholfen hatte, wusste er den Namen und das Alter der Gnomin. Luri war noch recht jung und Simon hatte erst geglaubt ein Menschenkind vor sich zu haben. Deshalb hatte er sie Angaben der Gnomin auch erst geglaubt, als er die Antworten auch in ihrem Geist fand. Doch dies reichte ihm noch nicht. Der junge Magier wollte wissen, ob sie einfach nur zufällig hier war, oder ob sie auch die Gerüchte gehört hatte.
Die Antworten verschlugen ihm die Sprache. Anscheinend lebte sie seit einigen Jahren hier und sorgte mit Illusionsmagie dafür, dass die Bewohner des Dorfes glaubten, dass es an diesem Ort Geister und anderes widernatürliche gab.
Zu schade, ich hatte gehofft auf mehr als eine unfähige Gnomin zu stoßen, dachte er und vergaß dabei die geistige Verbindung.
Zwar hatte er Luri gefragt, ob er in ihrem Geist suchen dürfte, aber dass hatte sich lediglich auf ihren Namen, ihr Alter und ihre Rasse bezogen. Sie reagierte heftig auf seine Anwesenheit. Wenn der Schild nicht gewesen wäre, dann hätte sie ihm sicherlich ein blaues Auge verpasst.

Als Simon den Schild wieder aufhob, wirkte die Gnomin ziemlich durch den Wind. Kaum konnte sie sich bewegen, da rannte sie auch schon auf den Ausgang zu, hob die Sperre auf und schrie irgendetwas von Rache. Er konnte sich vorstellen, dass sie wütend war, aber was hatte sie gedacht? Einen Magier angreifen und dann völlig ungeschoren davonkommen?
Doch Simon schmunzelte nur. Dies änderte sich, als plötzlich einige Steingolems aus der Wand brachen. Dem Magier lagen einige unschöne Worte auf der Zunge, doch er konnte es sich nicht erlauben sie auszusprechen. Er wollte nicht gegen noch mehr Golems antreten. Drei drei Meter hohe waren drei zu viel! Flink wich er einigen Angriffen der Golems aus. Das war auch nicht weiter schwer, nur leichtsinnig durfte er nicht werden. Golems waren zwar schwer fällig, doch wenn sie ihr Ziel mit den Fäusten, oder ihren Füßen erwischten war es aus mit einem.
Immer in Bewegung bleiben, so lautete also die Vorgehensweise bei Golems. Und während man wie ein Narr Tritten und Schlägen auswich, musste man sich an einen Zauber erinnern, der diese - eigentlich leblosen Geschöpfe – wieder zu totem Stein machte. Es wäre am einfachsten, wenn man sie vernichtete. Doch die meisten Elementarzauber schieden aus, da Steingolems immun gegen Feuer und Wasser sind. Man kann sie nicht verbrennen und ertrinken können sie auch nicht.
Man könnte sie explodieren lassen. Doch Simon wollte die Gnomin nicht verletzen, die immer noch am Höhlenausgang war und zu meditieren schien. Der Magier erschrak. Bereitete sie etwa noch mehr Golems vor? Dieser Umstand zwang Simon nun doch zur radikalen Methode. Er musste seinen besten Zauber nutzen. Es würde anstrengend werden, doch er durfte nicht zulassen, dass sein Leben hier beendet wurde.
Rasch zog er einen magischen Schild hoch und ging auf die Knie. Er hatte ein kleines Stück zwischen sich und die Golems gebracht, dennoch würde er sich sputen müssen. Gedankenschnell rezitierte er die Wörter der Formel in Gedanken, grenzte das Gebiet ein, in dem er wirksam sein sollte und dosierte dann die Stärke. Sein Schild leuchtete grell auf und flackerte, doch er hielt die Belastungen aus. Wie aus weiter Ferne hörte er den Schrei einer Frau. Er verschloss sich vor dem gequält und panisch klingenden Geräusch.

Simon hatte den Zauber fast dreißig Sekunden aufrecht gehalten und dabei den Großteil seiner Kräfte verbraucht. Es würde Stunden dauern, bis er sich wieder an einen größeren Zauber wagen konnte. Doch dementsprechend heftig waren die Auswirkungen seines Zaubers gewesen. Ein Großteil des Eingangsbereichs war verschwunden. Die Golems existierten auch nicht mehr und etwa zehn Schritte von ihm entfernt lag Luri und krümmte sich vor Schmerzen. Offensichtlich war ein Bein der Gnomin in die äußerste – und schwächste- Zone seines Zaubers geraten. Simon war kein Heiler, doch er wusste, was ihr fehlte. Sein Zauber hatte sich die Schwerkraft zunutze gemacht und sie um ein vielfaches gesteigert. Wäre sie wie ihre Golems nahe des Zentrums gewesen, dann wäre von ihr nicht mehr übrig als etwas von der Konsistenz eines zerdrückten Apfels. So aber wurde ihr Bein nur leicht gequetscht. Unangenehm? Sicherlich. Schmerzhaft? Auf jeden Fall! Heilbar? Definitiv.
Jedes Wesen, dass magiebegabt war, verfügte über eine erstaunliche Selbstheilungskraft. So auch Gnome. Alles was Simon tun konnte, war sie mit einem kurzen magischen Stoß ins Reich der Träume zu schicken. Doch er wollte Antworten. Warum hatte sie Steingolems auf ihn gehetzt und welchen Zauber hatte sie vorbereitet?
Der Magier setzte sich neben die Ohnmächtige und wechselte in eine andere Ebene. Dort suchte er ihren Geist und fand ihn nach einiger Zeit auch.
„Ach, erst tötest du mich und dann lässt du mich immer noch nicht in Ruhe?“, fragte sie zynisch. Doch Simon schüttelte lächelnd den Kopf. „Nein, ich habe dich nicht getötet. Ich habe nur dein Bewusstsein still gelegt.“ Er erklärte ihr die genaueren Umstände, welche Handlungen er durchgeführt hatte. Dann fragte er sie, warum sie Steingolems auf ihn gehetzt und welchen Zauber sie vorbereitet hatte. Luri lachte hämisch. „Ach, ich habe nur ein wenig mit der Zeit gespielt. Aber das Rückgängig zu machen dürfte für dich ja kein Problem sein.“ Als die Gnomin seinen verneinenden Gesichtsausdruck sah, bekam sie einen Lachanfall. „Na dann“, sagte sie nach einigen Momenten. „Willkommen im Februar 817!“
Wütend kehrte der Magier in seinen eigenen Körper zurück. Daran, Luri zu fragen, ob sie die Zeit nicht wieder zurückdrehen konnte, hatte er gar nicht gedacht. Vielmehr rechnete er schnell aus, wie viele Jahre er nun verloren hatte. „Einhundertfünfzig Jahre! Du elendes Mist…“ Simon wollte die Gnomin anschreien, doch er sah nur noch einen Schemen in den Schatten der Höle verschwinden. Ach was solls, irgendjemand wird mich schon zurückschicken können, dachte sich der Magier und ärgerte sich darüber, dass er keinen einzigen Zeitzauber beherrschte.
Die Rückreise nach Aron war eher ereignislos. Der Magier erwarb sich mit seiner Kunst ein Pferd und ritt auf den Handelsrouten durch Gond nach Aran. Dabei erfuhr er von Zandur und dem Krieg der gerade in Gange war. Von Engelsfall –der mächtigen Grenzfeste- hörte er auch. Doch kamen von dort kaum Nachrichten in die Städte und Dörfer. Es war fast, als ob der Krieg nur ein Gerücht wäre. Doch Truppenbewegungen und Informationen die der Senat Gonds herausgab, machten daraus eine Gewissheit. Gerade war man auf gondscher Seite dabei die Östlichen Grenzen zu befestigen. Simon hoffte, dass Soldaten Gonds niemals einen Fuß auf aranischen Grund setzen würden. Sie würden das Land annektieren und Aran zu einer Provinz degradieren.

Seine Rückkehr nach Aron interessierte kaum jemand. Er gelangte ohne Probleme zum Magierturm. Er war wieder zu Hause. Es spielte keine Rolle, ob inzwischen Einhundertfünfzig Jahre vergangen waren, oder nicht. Der Magierturm hatte etwas Zeitloses.
Als er die Räumlichkeiten des Erzmagiers betrat um sich anzumelden, wurde er bereits erwartet. Doch statt des Erzmagiers erwartete ihn eine zierlich wirkende Elfe. Sie hatte ihre Haare in einem fest geflochtenen Zopf zusammengefasst und lächelte Simon an. Ihre braunen Augen verströmten eine Wärme, wie Simon sie noch nicht oft erlebt hatte. Mit einer nachlässigen Geste öffnete sie den Zopf und lockerte die Haare mit ihren Fingern auf. „Eigentlich hatte ich dich erst in einer Stunde erwartet“, sagte sie und deutete auf einen freien Stuhl. „Ich bin Rhionaan ip Eltan. Seit Einhundert Jahren bin ich die Erzmagierin der Stadt Aron und ich weiß, warum du mich aufsuchst. Du willst in deine Zeit zurück, oder?“ Simon antwortete mit einem stummen Nicken. Rhionaan seufzte und trank einen Schluck von einem dampfenden Getränk. Erst dann sprach sie weiter. „Das kann ich nicht tun. Aran – nein, ganz Naromyr wird von einem schrecklichen Magier mit Krieg überzogen. Wir brauchen hier jeden fähigen Magier. Und du bist einer der wenigen Kampfmagier, die derzeit in Aran leben.“ Die Erzmagierin schwieg und wartete sicherlich auf eine Reaktion von ihm. Doch Simon blieb stumm und blickte sie mit ausdrucksloser Miene an. „Simon, ich möchte, dass du die Ausbildung der Novizen übernimmst. Bring ihnen bei was du kannst und bereite sie auf den Krieg vor.“ Nun erhob sich Simon und baute sich vor der Elfe auf. Als er sprach, war die Verachtung deutlich aus seinen Worten heraus zuhören? „Du möchtest also, dass ich hier bleibe und in einem Krieg kämpfe, der nicht der meine ist? Du trennst mich von meinen Freunden und Verwandten und möchtest, dass ich die Schüler des Magierturms zu Soldaten mache?“ Sein Blick wurde abweisend und kalt. „Nein Erzmagierin!“ Mit einer schnellen Bewegung richtete er seinen Stab auf die Brust der Frau und generierte einen Schild um sich herum. „Ich werde mich deinem Willen nicht beugen, denn das würde gegen alles sprechen, was Luran mich gelehrt hat. Wenn du mich nicht gehen lässt, dann wirst du mich wohl töten müssen!“ Der Kampfmagier zog den Stab ein wenig zurück und war nun bereit für den Kampf.
Er würde diesen Kampf nicht gewinnen, dass sah er schon an der Intensität ihrer Aura. Sie war zu machtvoll, zu stark! Er selbst unterdrückte seine Aura. Dies tat er mittlerweile unbewusst und hatte lediglich einen taktischen Vorteil. Ihm ging es auch nicht darum zu gewinnen. Es ging ihm darum seinen Mentor zu ehren und der Elfe zu zeigen, dass nicht jeder aufs Wort gehorchte.
Doch Rihonaan blickte ihn beinahe traurig an. „Simon, ich kannte Luran. Sein Tod war ein Verlust für uns alle. Und ich will dich nicht zwingen – ich bitte dich lediglich seinen Platz einzunehmen.“ Die Erzmagierin erhob sich und ignorierte Simons Kampfstab. „Wenn du gehen möchtest, dann geh. Es gibt nicht viele Magier, die sich darauf verstehen jemanden durch die Zeit zu schicken.“ Sie deutete ein Lächeln an. „Und Luran hat niemals Soldaten aus den Schülern des Magierturms gemacht. Er hat versucht ihnen den Wert der Freiheit zu zeigen. Er hat sie gelehrt, was es bedeutet die Gemeinschaft zu schützen und sich selbst zu verteidigen.“ Nun lächelte sie Simon offen an. „Es werden dunkle Zeiten kommen. Und wir brauchen jede Flamme die wir bekommen um diese Dunkelheit zu durchdringen.“ Sie setzte sich wieder. „Geh nun in deine Unterkunft und nimm dir die Zeit über die jetzige Situation nachzudenken. Natürlich stehen dir die Räumlichkeiten des Magierturms offen und auch die Stadt ist dir nicht verschlossen. Bilde dir dein eigenes Urteil und sag mir dann, wie du dich entschieden hast. Wenn du es dann immer noch möchtest, schicke ich dich in deine eigene Zeit zurück.“ Damit war Simon entlassen.

Der Magier verbrachte die nächste Zeit damit, in der Bibliothek die Geschichte der letzten einhundertfünfzig Jahre kennen zu lernen. Er musste feststellen, dass Gond keine anderen Königreiche mehr annektierte, dass der Herscher Arons nun Ruthgar hieß und dass ein gondscher General nun Hauptmann der Stadtwache war. Dies und noch viel mehr erfuhr er aus den Chroniken. Als nächstes ging er in die Stadt und redete dort mit den Bürgern. Von politischen Themen, über belangloses und alltägliches bis zu Verschwörungstheorien war alles dabei. Dass er selbst ein Magier war, dass verschwieg er. Hin und wieder aß er etwas und schlief nur kurz. Dann ging er wieder in die Stadt und führte seine Recherchen fort.
Nach insgesamt zwei Wochen suchte er die Erzmagierin erneut auf. Er hatte sich seine Meinung gebildet und sich entschieden. „Du willst mich als Lehrmagier?“, fragte er knapp und erntete dafür ein Nicken der Erzmagierin. „Morgen nehme ich die von dir angebotene Tätigkeit auf. Doch zuvor habe ich noch eine Frage.“ Er räusperte sich. „Lebt Rugor von Lichtfels noch und wo kann ich ihn finden?“

Aufenthalt in Aron

Seine Beschäftigung, gelernter und ausgeübter Beruf, weitere Fähigkeiten:
Simon ist ein Magier und mit der Ausbildung der Novizen betraut. Dies hat jedoch nichts mit seinen Fähigkeiten, sondern mit seiner Erscheinung zu tun. Denn welcher Adept würde sich schon von jemandem unterrichten lassen, der so alt aussieht wie er selbst?

Wo wohnt er oder sie in Aron?
Er hat nur eine kleine Schlafkammer im Magierturm.
Für seine Studien nutzt er ebenfalls die Räumlichkeiten des Magierturms.

Charaktereigenschaften und -fähigkeiten

Charakterzüge:
Simon ist ein fröhlicher Geselle, der jedoch auch ernst sein kann wenn es die Situation erfordert. Er liebt es anderen Leuten Streiche zu spielen und nimmt es mit Pünktlichkeit nicht allzu genau. Entscheidungen trifft er meist aus dem Bauch heraus. Fremden gegenüber ist er offenherzig und freundlich.
Simon prahlt nicht gern mit seinen Fähigkeiten und Kenntnissen. Daher passt er sich immer seinen jeweiligen Gesprächspartnern an. Mit einem Magier redet er also anders als mit einem Bauern. Doch wenn jemand dies nicht weiß, kann es dazu kommen, dass Simon unterschätzt wird.


Abneigungen:
Starre unveränderliche Zustände sind ihm ein Gräuel. Mit alten, verstaubten Ansichten und Wertvorstellungen kann er nichts anfangen. Denn seiner Meinung nach bedeutet Stillstand Devolution. Dunkle Räume ohne Beleuchtung verlässt er möglichst schnell wieder, da er sich in ihnen nicht wohl fühlt.
Fettes Essen mag er nicht sonderlich, es liegt ihm schwer im Magen.
Des Weiteren wären hier noch schwere Roben aufzuführen.

Vorlieben:
Kontrollierte Veränderungen sind nach seiner Meinung ein Garant für die Entwicklung einer Sache. Ob diese Entwicklung positiv, oder negativ ist bleibt dabei abzuwarten. Der Magier mag alles, was Licht ausstrahlt.
Gegen das eine, oder andere Gläschen Alkohol hat er auch nichts einzuwenden. Genauso wenig, hat er gegen ein gutes Gedicht, oder Lied. Simon ist Tierlieb. Früher ist es vorgekommen, dass er ein krankes Tier versorgt hat, bis es entweder gestorben, oder kräftig genug war um wieder für sich selbst zu sorgen.

Besondere Fähigkeiten:
Simon beherrscht neben der Magie auch noch den Umgang mit dem Kampfstab.

Wünsche und Ziele

Irgendwann will er wieder in seine eigene Zeit zurückkehren.