Lilienknoten

Aus AronWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Aus Prof. Dr. Frank Theodor von Steiners Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Arons und Umgebung:

Lilienknoten

Der Lilienknoten, oder je nach Region auch Friedenssiegel, altertümlich noch manchmal Dreiachtelschlag genannt, ist ein komplex geknüpfter Knoten, der fest eine Waffe mit ihrer Scheide oder Tragriemen verbindet. Die Grundfigur ist leicht zu erkennen und ihr fester Sitz ist auch mit einem leicht zu erlernenden Handgriff zu prüfen. Sollte die Waffe gebraucht werden ist das Aufknöpfen des Knotens auch nicht besonders schwierig, nur zeitaufwendig. Selbst ein geübter Krieger braucht dazu einige Minuten. Da meist feste Hanfseile, manchmal sogar metalldurchwirkt verwendet werden, dauert brachiales Aufschneiden ebenso lange.

Das Knüpfen des Knoten selbst braucht einige Zeit der Übung, so dass sich inzwischen hier und dort eine eigene Zunft von Lilienknüpfern gebildet hat, deren Mitgliedern sich in künstlerischer und farbiger Ausgestaltung des Knotens zu übertreffen suchen. Es hat sich auch unter Kriegern und Söldnern die Sitte gebildet sich mit einem besonders Aufwendigen und teuren Knoten an seiner Waffe während eines Stadtbesuches hervorzutun. Gerüchten zu folge soll es einigen Knüpfmeistern gelungen sein eine täuschend echte Knüpfung herzustellen, die sich an einer gut verborgenen Schlaufe schnell lösen ließe. Diese schwer zu findenden Meister, lassen sich diese Kunst aber nochmals extra teuer vergüten.

Die ersten beglaubigten Zeugnisse deuten an, das in den Ländern von Khasan der Lilienknoten zuerst seine Verwendung gefunden hatte. Er wurde von Parlamentären getragen, die in den ständig schwelenden Stammesfehden mit einer feindlichen Sippe Verhandlungen führen wollten. Da es in diesen Breiten höchst ehrlos für einen Mann galt seine Waffe freiwillig abzulegen, wurden dessen Pariergestänge mit dem Gürtel des Parlamentären verknotet, um anzuzeigen, dass der erste Schwertstreich nicht vom ihm ausgehen würde. Mit der Zeit wurden Stammeswimpel mit daran befestigt und berühmte Diplomaten und Skalden mit Verhandlungsgeschick gaben sich durch eigene besondere Knoten von weiten her schon zu erkennen.

Mit den Jahrhunderten gelangte diese Tradition auch in die südlicheren Gefilde. Vor allem Städte die viele Durchgangsreisende und Söldner zu beherbergen hatten, gingen mittlerweile dazu über den Lilienknoten auch außerhalb von Kriegssituationen einzusetzen und ihren Bürgern und Besuchern die Versiegelung ihrer Waffen obligatorisch anzuordnen um die Schäden an Mensch und Gegenständen bei den in solchen Schmelztiegeln nicht zu verhindernden Rangeleien gering zu halten.

Lilienknoten.jpg