Hinweise zu Charakterhintergründen und -eigenschaften

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Allgemeines

Weil es immer wieder vorkommt, dass die Bewerbungen nicht ausreichend Hintergrund oder Charaktereigenschften enthalten, hier einmal Erläuterungen, was die beiden Begriffe bedeuten (auch speziell für Rollenspiel) und warum sie so wichtig sind:

(Quelle: Wikipedia)

Unter einem Charakterzug oder einer Charaktereigenschaft ist eine triebhafte oder leidenschaftliche Strebung im Sinne eines Partialtriebes zu verstehen, der in der Charakterstruktur eines Menschen begründet liegt. Aus einem einzelnen Charakterzug (z. B. Geiz, Melancholie, Nörgelei, Pedanterie und Unduldsamkeit) ist jedoch nicht bereits die Grundorientierung des Charakters (z. B. eine autoritäre Orientierung) zu erschließen.

Als Charakterstruktur bezeichnet man im Allgemeinen die Wurzel der Antriebe, die den beobachtbaren Verhaltensweisen eines Menschen zugrunde liegen, das heißt die Wurzel seiner charakterlichen Leidenschaften. Es handelt sich demnach um ein Gefüge von Charakterzügen, die sich zu spezifischen Charakterorientierungen kombinieren. Die Charakterstruktur entsteht nach allgemeiner Vorstellung vor allem (aber nicht nur) durch Kindheitserlebnisse.

Der Individualcharakter ist die individuell einmalige Struktur und Ausrichtung des Charakters eines Menschen. Der Teil des Individualcharakters, der den Menschen einer Gesellschaft oder einer sozialen Schicht typischerweise gemeinsam ist, wird hingegen als Sozialcharakter beschrieben.

Mit Sozialcharakter ist die gesellschaftliche Formierung der Charakterstruktur der Menschen einer Gesellschaft, eines sozialen Milieus oder einer Bezugsgruppe entsprechend ihrer Lebensweise und der gesellschaftstypischen Erwartungen und Funktionserfordernisse hinsichtlich sozial angepassten Verhaltens (Sozialverhalten) gemeint.

Der Individualcharakter einzelner Menschen und den Sozialcharakter menschlicher Gesellschaften sind daher in gleicher Weise eine typische Kombination von Charakterzügen und Charakterorientierungen.


Beispiele für persönliche Charaktereigenschaften

A

  • Achtsamkeit
  • Affektiertheit
  • Aggressivität
  • Albernheit
  • Allgegenwart
  • Altklugheit
  • Anstand
  • Ataraxie
  • Ausgeglichenheit
  • Authentizität

B

  • Bescheidenheit
  • Besonnenheit
  • Blödheit

C

  • Charisma
  • Chuzpe
  • Coolness

D

  • Dreistheit
  • Dummheit

E

  • Egoismus
  • Egotismus
  • Egozentrik
  • Ehrgeiz
  • Eigensinn
  • Einfalt
  • Eitelkeit
  • Enthusiast

etc.

Sozialverhalten

Beim Menschen ist das Sozialverhalten - auch umgangssprachlich - zunächst das Aussehen und Verhalten eines Menschen gegenüber seinen Mitmenschen: das Sprechen, der Blickkontakt, die Körpersprache. Es wird zum Beispiel durch Gefühle (Zuneigung oder Abneigung) beeinflusst, durch persönliche Erlebnisse und durch das Verhalten anderer Personen.

Psychische Störungen können das Sozialverhalten verändern, zum Beispiel Autismus, Hospitalismus, Depressionen, Phobien oder auch eine Manie. Entstellende oder verunstaltende Krankheiten (wie zum Beispiel Hautausschlag) oder Fehlbildungen (wie beispielsweise eine Lippen-Spalte) führen häufig zu sozialem Rückzug, da die Betroffenen diskriminiert werden. Eine mildere Form abweichenden Sozialverhaltens stellt die sog. Exzentrik dar. Man geht allgemein davon aus, dass sich das Sozialverhalten zumeist erst in frühester Kindheit entwickelt. Die Erziehung, die Zuwendung und die Umgebung scheinen eine große Rolle dabei zu spielen

Hintergrundgeschichten (auf der Basis einer "realistischen Biographie")

Beispiel für die Zusammensetzung einer „typischen“ Lebensgeschichte oder Hintergrundgeschichte (je nach Lebensabschnitt nur bis zu diesem Punkt)

   * Kindheit, Elternhaus, Geschwister
         o typische normative Ereign.: Geburt von Geschwistern, Kindergartenbesuch
   * Schulzeit / Lehrjahre zu Hause (etwa bis 14. Lj)
         o typische normative Ereign.: 1. Schultag, "1. Hlg. Kommunion" od. erste Begegnung mit Religion , Zeugnisse, Schulfreundschaften, Schulabschluss (früher mit 14 üblich)
         o In diese Phase fallen oft die ersten Erinnerungen an ein „politisches“ / zeitgeschichtliches Ereignis, das als „wichtig“ für die Biografie eingestuft wird. (z. B. bei uns Fall der Mauer)
   * Jugend, Berufsausbildung
         o typische normative Ereignisse: Aufnahme in eine Glaubensgemeinschaft (bei uns z.B.Konfirmation ), 1. Tag d. Lehre,  Freisprechung (Integration in die Welt der Erwachsenen, erste Pflichten
         o Pubertät, erste Liebe
         o evtl. weiterführ. Schulbesuch (Mittl. Reife, Abitur bei uns)
   * Jung. Erwachsene
         o typische normative Ereign.: verliebt/verheiratet/schwanger o.ä., erste größere (Auslands-)Reisen ohne Eltern
   * Zeit d. Familiengründung
         o typische normative Ereign.: Hochzeit, Taufe
   * Kindererziehung
         o typische normative Ereign.: Umzug/Hausbau, gemeinsame Urlaube, Familienfeiern
   * Nachelterliche Gefährtenschaft (Ausdruck für den Zeitabschn. nach dem Auszug der Kinder aus der elterlichen Wohnung)
         o typische normative Ereign.: Auszug d. letzten erwa. gewordenen Kindes, Feiern am Arbeitsplatz, Silberne Hochzeit
   * Ältere/-er ArbeitnehmerIn
         o typische normative Ereign.: Übernahme einer Leitungsfunktion im Beruf oder der Gemeinde,  Man lebt als Großmutter/-vater „auf“.
   * Übergang ins Rentenalter (evtl. mit voriger Phase zusammengefasst)
   * Witwenschaft (bei Frauen eine häufige Lebenslage)
         o typische normative Ereign.: Tod d. Ehemanns etwa 70 – 75 Lj., Umzug in den Haushalt von einem erwa. Kind, Uroma werden
         o Kritische Ereignisse: Anhäufung schwerer Krankheiten zu einer massiven Behinderung im Alltagsleben
   * Hochaltrigkeit
         o typische normative Ereign.: Feierlichkeit bei runden Geburtstagen, Umzug ins Pflegeheim
         o Zuschreibung von Altersweisheit

Nur mal als Anhaltspunkte, aus was in unserer Welt eine Biographie besteht, also die Ereignisse, denen wir hier Bedeutung beimessen. Daran sollte man sich bei einem Char orientieren.
(NICHT alles einfach übernehmen!!!)

Ergänzung (in schlichteren Worten)

Charaktereigenschaften

Ureigenste innere Einstellungen, Werte, Ideologien, Emotionen und Denkweisen, deren Formung mit den frühkindlichsten Prägungen beginnt und sich aufgrund der zugehörigen sozialen Gruppierung, der eigenen Erfahrungen und sozialen Kontakte und auch genetischen Ursachen entwickelt und verändert

Verhaltensweisen

Nach außen getragenes sichtbares Merkmal eines oder mehrerer Charakterzüge, aber auch bewusst verfälschtes Tun und Lassen, anhand dessen ein Beobachter den Charakter einschätzt und beurteilt.

Beispiele

(a)Der Char ist egozentrisch --> Charaktereigenschaft
Warum ist er das? ---> Hintergrundgeschichte: Er hatte nie Freunde, war Einzelkind
Er zeigt keinerlei Mitgefühl für andere, wirkt hartherzig nach aussen ---> Verhaltensweise

(b)Der Char ist cholerisch und hasserfüllt ---> Charaktereigenschaft
Warum? ---Hintergrundgeschichte: Er fühlt sich ungeliebt von Kindheit an und wurde oft geschlagen, hat demnach Gewalt als soziales Verhalten erlernt
Er wird schnell laut oder schlägt schnell zu ---> Verhaltensweise

(c)Der Char ist kontaktfreudig und aufgeschlossen ---> Charaktereigenschaften
Warum? ---> Hintergrundgeschichte: Intakte Familie, wurde geliebt und umsorgt, hatte viele Freunde, keine negativen Erfahrungen mit anderen Menschen
Er ist freundlich, nett und knüpft schnell Kontakte ---> Verhaltensweisen

Wir hoffen es ist deutlich geworden, was wir mit Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen meinen.