Dia Elisat Diakaj von Tal

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Dia Elisat Diakaj von Tal
Übersicht
Dia Elisat.jpg
Spieler Meowyn
Alter 28
Geschlecht weiblich
Rasse Mensch

Aussehen

Dass Dia für eine Frau viel zu groß ist, wird schon nach dem ersten, flüchtigen Blick klar. Ihr hellblonder Schopf zeichnet sich meist gut von den anderen Damen ab und manchmal reicht sie gar bis zu den Männern. Gemessen mag ihre Größe bei 1,74 Meter liegen, aber jedes Maß war anders ungenau. Doch das markante an ihr war nicht nur ihre Größe sondern ihre Körperhaltung, die meistens ihre Unsicherheit und ihre Zurückhaltung ausdrückte. Die vergleichsweise kleinen Hände spielten dann mit Bändern oder anderem Schmuck vor ihrem Körper herum, wenn sie nicht gerade einer ihrer langen Haarsträhnen um die Finger wickelte, deren Fingernägel immer tadellos geschnitten waren und bei denen nur schwer Schmutz zu finden war.
Die hellblauen Augen stachen aus der blassen Haut hervor, obwohl Dias Zofe sich schon oft bemüht hatte, ihre Herrin zu überreden mit einem bisschen Schminke ihre kaum sichtbaren Wangenknochen hervor zu heben. Doch dies lässt Dia nur zu besonderen Anlässen zu und vermeidet ansonsten stark eine Abhebung von der sonstigen Gesellschaft.
Der Blick der Dame ist in einsamen Momenten meist verträumt und abwesend, aber unter Gesellschaft scheu und schüchtern. Wenn sie spricht dann ist ihre Stimme meist leise und stottert leicht, es sei denn, sie fühlt sich wohl oder sie hat sich Sätze schon vorgelegt. Nur allzu schnell steigt ihr die Scharmesröte ins Gesicht, das wenigstens für ein bisschen Farbe sorgt, denn selbst bunte Kleider trägt sie nicht gerne.
Die Proportionen ihres Körpers haben natürlich große Abweichungen zu denen einer Elfe, aber dennoch kommt Dia unter dem menschlichen Aspekt gerne auch als Schönheit weg – was ihr schon viel Ärger eingebrockt hatte: Sie hat lange, dünne Beine, einen nur ansatzweise gewölbten Bauch, aber dafür dicklichere Arme, kurze Schultern und eine feine Nase zu großen Augen. Ihre Oberweite ist recht klein, wofür Dia alles in allem dankbar ist. Gerade durch ihre gute Ernährung und die gute Lebensweise wirkt die Frau dennoch jünger als sie ist und wird meistens auf Mitte zwanzig oder jünger geschätzt.
Doch als echtes Dorn im Auge empfindet Dia ihr linkes Bein mit der dicken, wulstigen Narbe und einer fast aufgeblähten Fleischansammlung darum herum. Deswegen versteckt sie ihre Knöchel nicht nur wegen der Etikette, sondern auch um lästerliche, mitleidige oder neugierige Blicke von sich fern zu halten.
Obwohl ihr protzige Kleider fehlen und obwohl der Schmuck sehr dezent ausfällt, weist doch ihre Gepflegtheit und die edlen Stoffe auf ihren Wohlstand hin. Seit sie regelmäßig baden kann tut sie dies auch, obwohl sie dabei sogar eine Außenseiterin der gehobenen Schicht darstellt.
Ihre Lieblingsgeraderobe für besondere Anlässe besteht aus einem hellgrünlichen, Boden langem Kleid mit Goldbestickung. Mit einer feinen, teuren Goldkette und einem grün angemaltem Holzarmband ist die Dame für die meisten Feiern noch gerade eben festlich genug gekleidet. Manchmal trägt sie auch mit Absicht ein dunkelviolettes Kleid um das blaue Juwel ihrer Mutter, das in schwerster Kunst in eine Kette imprägniert war, farblich passend tragen zu können.
Wenn sie auf einer ihrer einsamen Spaziergänge ist, dann weist sie meistens nur ein beige oder ein hellblaues, meist ärmelloses Kleid auf, dass den Boden nicht berührt, damit sich nicht zuviel Schmutz und Dreck für ihr empfindliches Sauberkeitsgefühl sammelt. Als treuen Begleiter ihrer Kindheit führt sie oft den braunen, zotteligen aber sauberen Hund Merix mit sich herum, der in das feine Erscheinungsbild ein großes Loch reist, denn selbst die Gelehrten können dem Tier keine Rasse nachweisen. Der mittelgroße Vertraute besitzt aber schon viele graue Haare und wird schon bald nach einem vollen Leben das zeitliche Segnen.

Herkunft & Familie

Dia Elisat Diajak von Tal entstammt eines alten Adelsgeschlechtes und ist die Schwester des amtierenden Grafen zu Tal, dessen Reich ein kleines, aber durch die große Abgeschiedenheit zu weiteren Städten, ein nahezu unabhängiges ist. In den nordöstlichen Ausläufern des Erzgebirges liegt die Heimatburg dieses alten Familienstammes, die falls Engelsfall fällt selbst den Angreifern nicht standhalten könnte.
Koren von Grevelsburg und Gräfin Gerlinde von Tal waren ihre Eltern. Während Koren langsam an seinem Fieber dahin schied, ist der Verbleib von Gräfin Gerlinde nahezu unbekannt, obwohl sich ihre Kinder darüber einig sind, dass sie womöglich von ihrem eigenen Mann ermordet wurde.
Der neue Graf von Tal, dessen Name Jon ist und der erst das Alter von zweiunddreißig erreicht hatte, ist Dias älterer Bruder, der mit der Baronesse Claudia verheiratet ist, und den zwei kleinen Söhnen Heno und Pollo, der eine drei Jahre alt, der andere ein paar Monate, das Leben geschenkt hatte.
Auch Dias jüngster Bruder Morten, der schon über dem sechsundzwanzigsten Lebensjahr hinaus ist, lebt in der alten Familienburg bis er seine Verlobte die Edle Mariana geheiratet hat.
Darüber hinaus wird auch hier der zehnjährige Luc vorgefunden, der einzige Sprössling aus der Verbindung zwischen Koren und seiner zweiten Ehefrau Adelia.

Hintergrund & wichtige Punkte aus der Lebensgeschichte

Es gibt wohl kaum ein vergleichbar kurzes Leben, das so sehr einer Berg und Tal-Geschichte gleicht. Angefangen hat das verwirrende und in vielerlei Hinsicht komplexe Dasein Dias in einer alten Burg unter den wehklagenden Schreien ihrer Mutter. Keron und Gerlinde kannten sich schon seit ihren Kindestagen, doch das nährte nicht ihre Zuneigung, sondern auf Grund der unterschiedlichen Charaktere nährte es den Hass untereinander. Die Gräfin war das einzige Kind des Feudalherrn und damit das Land nicht an seinen Bruder fiel wurde sie verheiratet, damit ihr Ehemann der Nachfolger werden konnte. Da Keron aus einem guten Hause stammte, eine einwandfreie Ausbildung vorzuweisen hatte und sein Vater gut mit dem Grafen zurrecht kam, wurde die edle Dame ihm trotz ihres Widerwillens versprochen.
All die hochnäsigen Andeutungen auf seine Person, all die Jahre des Schmaches mit dem sie ihn beachtet hatte, zahlte er in Grausamkeit und Widrigkeiten zurück. So war es auch kaum verwunderlich, dass er ihr die Erziehung und die Aufzucht der beiden Söhne wegnahm und dies seinen Vertrauten überlies. Allein das minderwertige Mädchen durfte bei seiner Mutter bleiben und war dort dennoch voller Liebe und Zuwendung aufgewachsen.
Doch all die kalten Blicke, die verachtenden Sätze und die schaurigen Erzählungen über ihren eigenen Vater lies sie diesen bis ins tiefste Mark verabscheuen, während sie ihrer Mutter die blinde Liebe eines Kindes schenkte.
Eine wirkliche Verbindung zu ihren Geschwistern oder ihrem Vater hatte sie nicht. Letzterer schaute hin und wieder vorbei um sich von ihrer Existenz zu überzeugen, aber schon zu ihrem fünften Lebensjahr lebten Mann und Frau innerhalb der Burgfeste so weit von einander entfernt wie nur eben möglich.
Ihr wirklicher Lebensumbruch, der sie von jeglichem Luxus und echter Zuneigung trennen würde, begann aber mit Kerons neuer Geliebten, Adelia. Es ist schon oft passiert, dass die verschiedensten Mätressen oder edlen Damen in das Gebäude zutritt gefunden hatten, aber noch keine war so weit gegangen die Ehe zu fordern. Und da diese Verbindung zwischen den beiden stärker und heimtückischer war, als die von irgendwem anders, würde Keron gerne seiner Geliebten nachkommen, denn er hatte seine Ehefrau nun seit Jahren aushalten müssen und würde vieles dazu tun, dass sie verschwände oder gar umkomme.
Wie der Zufall es so wollte wurde Geraldine angewiesen die Kunst des Fischens von einem Knappen ihres Mannes auf dem weiten Meer auf der anderen Seite der Berge anzusehen. Damals war Dia etwas über dreizehn Jahre alt und war noch mit ihrem Leben zufrieden, denn sie war schon fähig, die guten Dinge ihrer behütenden Umgebung und ihre liebende Mutter zu sehen und sich daran zu freuen, obwohl sie sich nie zu ihren Brüdern traute. Doch ihre Mutter kehrte nie wieder zurück.
Als ihr bewusst wurde, dass ihr einziger Lebenswegweiser nicht wieder ihre Gemächer betreten würde, wagte sich die junge Dame aus der schützenden Hülle des Westflügels heraus. Aber als Geschöpf, das ganz ihrer Mutter gehört hatte, wurde sie nicht gerade überaus freundlich von ihren Brüdern und ihrem Vater aufgenommen. Als die zynischen Bemerkungen sich verstärkten und sie in ihrer Kindesseele keinen anderen Ausweg mehr wusste, wollte sie ihren Kinderhelden auf dem heroischen Pfad in die Freiheit folgen. Kurzsichtig, wie sie damals war, dachte sie, sie könne allein von Essen und Geld leben und bräuchte keine Helfer mehr. Außerdem würde das Glück auf der Seite der Guten und Gerechten stehen.
Mit fünfzehn riss sie aus und musste eine schreckliche Entzauberung der Außenwelt erleben. Kaum hatte sie die Grafschaft verlassen wurde sie schon überfallen und ausgeraubt. Die Bettlerbande ließen ihr dennoch das Pferd – an wen hätten sie es bringen können – und ihre Kleider. Die Unschuld und all ihren Besitzt verlor sie in den ersten grauenhaften Momenten in ihrem Leben an völlig unbekannte Männer. Seit da an war sie vollständig gewandelt. Von jeder Bande zur nächsten verlor sie immer mehr ihr Hab und Gut, denn irgendwann kamen auch ihre Gegner hinter jeden Trick. Die Männerwelt an sich, die ihr in den dunklen Nächten die Einsamkeit raubten und sich an ihr vergangen, die ihr nahmen was ihr wichtig war, die ihren Stolz brachen und sie zu den schrecklichsten Gedanken brachte – diese wurde gleichermaßen gefürchtet wie gehasst. Es war eine merkwürdige Vorstellung, aber sie passte zu allem, was Dia erlebt hatte: Männer waren grausam, schrecklich und viel zu stark, Frauen sanft, weich und hilflos. Dazu besaßen sie die Tugenden der Nettigkeit, Freundlichkeit und Höflichkeit.
Irgendwann brach auf ihren Wegen auch für sie der Kampf um das tägliche Brot aus. Mal bekam sie für ein Küsschen eine Münze, mal hatte jemand einfach Mitleid mit der verlorenen Schönheit, aber viel zu oft musste sie ihr jämmerliches Handwerk des Stehlens nachgehen – denn ihren Körper ganz und gar verkaufen konnte und wollte sie nicht zulassen.
Erst in der kleinen Stadt Lorena schien ihr das Glück wieder hold zu sein. Hier fand sie nach einer monatelangen Reise eine kleine Gruppe Schauleute, die sie aufnahmen, dafür dass sie als Tänzerin mit ihnen auftrat. Das Geld reichte meist nicht nur für Essen, sondern auch die alten Karren konnten ausgebessert werden. Hier begann auch das enge Band zwischen ihr und dem Hund Merix, die beide gute Überlebenstaktiken entwickelt hatten und sich untereinander weiterhelfen konnten – und war es auch nur die Wärme in der Nacht.
Doch auch dieses Glück war nur von kurzer Dauer. Wie als wäre eine böse Fee persönlich hinter ihr her, fiel sie beim Holzsammeln Wegelagerer in die Hände. Doch dieses Mal hatte sie den Vorteil einen Fluchtweg zu kennen und war nicht in den Klauen eines Reichen oder Privilegierten. Bevor sie weit gekommen war saß ein Dolch tief in ihrer linken Wade und erschwerte ihre Flucht deutlich, denn die scharfe Klinge hatte ihren Muskel und ihren Knochen zerteilt.
Wie durch ein Wunder erschien dann aber eine Magierin, die ganz wie in alten Geschichten die Bösen mit kleinen Feuerbällen in die Flucht schlug. Die Frau, die ihren Namen nicht nennen wollte, aber einen großen positiven Eindruck auf die Adelige gemacht hatte, versorgte die klaffende Wunde einigermaßen.
Weil aber nun ihr Bein geschädigt war, konnte Dia nicht mehr ihrem normalen Brotverdienst nachkommen, sodass die ältere Frau ihr anbot, sie mit in ihrem Karren in die Hauptstadt Aron zu nehmen, ‚weil es dort Möglichkeiten für jeden gibt’. Auf dem Weg erklärte diese auch leise, dass sie sehr wohl zu Heilzaubern fähig sei und dass dadurch vielleicht sogar die Möglichkeit zu einer vollständigen Heilung des Beines bestehe. Doch sie müsse Dia warnen, denn es könnte mit schrecklichen Nebenwirkungen einhergehen. Das Mädchen drängte aber ihre Begleiterin zu dieser Tat, sodass sie ab dem Moment bei jeglicher Lüge schreckliche Schmerzen spürte. Dabei kam es eigentlich nur darauf an, ob Dia wissen konnte, ob etwas eine Lüge war oder nicht, egal wie weit in ihr Unterbewusstsein das Wissen um die Wahrheit lag. Dennoch war sich das Mädchen sicher, dass die andere Alternative – amputieren – ihr noch weniger zusagen würde.
In Aron angekommen schien es, als erlebte sie wieder eine weitere Glückssträhne. Eine junge Kriegerin nahm sich des Mädchens an und organisierte sogar für sie nicht nur neue Kleidung und ein Laib Brot, sondern auch eine Ausbildung in der Glaserei des Elfen Leon Mawerda. Diesen lernte sie nicht nur in der Zeit zu achten und zu respektieren, sondern begann sich auch wieder wohl und sicher zu fühlen. Innerhalb eines geschützten Umfeldes lernte sie auch wieder Männer kennen, die ihren schrecklichen Urteilen widersprachen und lernte nicht nur in Kategorien zu denken. Hier eignete sie sich auch das erste Mal eine selbstbewusste Fassade an und lernte auch wieder zwei Wegbegleiter kennen, beides Mädchen in ihrem Alter.
Innerhalb der sechs Jahre Ausbildungszeit widerfuhr dem Lehrling meist nur Gutes, da sich Dia strikt an Regeln hielt und keinerlei Grund in Anfechtungen sah. Es war beinah ein Talent wie sie in all der Zeit den ihr gefährlichen Gestalten aus dem Weg gehen konnte, sodass sie innerlich wider aufblühte und Grund zum Lachen fand.
Doch am Ende ihrer Lehrzeit mit gerade einmal einundzwanzig Jahren bot der Glasmacher sich zwar an sie noch weiterhin zu unterrichten, aber er frage sich nicht, ob sie nach all der Zeit nicht noch einmal ihrer Familie ihre Existenz mitteilen wolle. Es dauerte eine lange Zeit, bis sich Dia entschloss tatsächlich die lange Reise auf sich zu nehmen. Geleitet von der Zustimmung ihrer Freunde kaufte sie sich von ihrem gehorteten Geld in eine Karawane ein, die Richtung Arimith zog. Im Gegensatz zu ihrer Anfangsreise verlief sie nahezu ohne größere Zwischenfälle, sodass sie nach einem Monat Reise und schlimmsten Befürchtungen als völlig Fremde vor ihrer Burg stand.
Als einzige Beweise ihrer Herkunft hatte sie ein gigantisches Wissen über die Burg und die Menschen vor sechs Jahren, über die Familie, vor allen Dingen sich selbst, und ein blaues Juwel ihrer Mutter, das sie vor all den vielen Plünderungen geschickt verstecken konnte. Zu ihrer Überraschung glaubte ihr ältester Bruder ihr. Ihr Vater war seit drei Jahren tot und hatte die Witwe Adelia und ihren Sohn Luc hinterlassen, die beide von den Söhnen aus der ersten Verbindung Korens verachtet wurden. Nach mehreren erklärenden, peinlichen und stockenden Abenden glaubte sogar ihr jüngerer Bruder ihre Geschichte und als sie wieder gehen wollte, erklärte Jon entgegen jeglicher Vernunft, er wolle sie wieder feierlich in die Familie aufnehmen. Dia war nicht fähig ‚nein’ zu sagen, vor allem weil sie nicht verstand, womit sie das Glück verdient hatte. Die abenteuerliche Geschichte ihres Verbleibes wurde mit ‚Entführung’, angegeben in der die Dame von einem edlen Ritter gerettet wurde, der aber auf dem Weg sie sicher zurück zu bringen verstarb. Da Dia nicht lügen konnte hatte sie dieses Märchen nun auch bei Hofe oft in Schwierigkeiten gebracht, da sie einfach nicht zustimmen konnte.
Wirklich überraschend war aber das zuvor kommende Verhalten ihres ältesten Bruders. Anstatt sie als Abschaum wieder fortzujagen half er ihr wieder in die Gesellschaft hinein und kümmerte sich um sie – denn auch er hatte einen tiefen Groll gegen seinen Vater im Herzen getragen, nur dass er diesen bis zu dessen Lebensende nie ausgetragen hatte. Das Mädchen, dass so sehr seiner selten zu Gesicht bekommene Mutter glich, war demnach wichtig genug, beschützt zu werden.
Dia fiel es regelrecht schwer an den Nöten und Problemen der Reichen teil zuhaben. Ein Kleid konnte nicht schlecht sein, wenn es wärmte und essen nicht schlecht, wenn es sättigte. Aber es wäre genauso vermessen zu sagen, sie hätte sich nicht eingelebt. Im Gegenteil – sie war zwar ein Geschöpf zwischen zwei grundsätzlichen Erfahrungen, aber ein regelmäßiges Bad und ein üppiges Essen war kaum zu verachten. In der Tat war die stille, schüchterne und emotionale junge Frau nicht gerade unbeliebt, aber hatte dennoch nichts mit dem freigiebigen und untugendhaftem Landadel überein.
Immer wieder entschloss sie sich zurück zu kehren und immer mehr Leute hielten sie davon ab. Doch als der Krieg immer näher rückte und als die Elfen in Nathilion gefallen waren, zog es die Männer in den Krieg oder in ihre Festungen. Jon wollte aber seine Familie zusammen mit Dia in die Hauptstadt Greifenfels schicken. Doch nun sah die Adelige ihre Chance und verlangte nach all den sieben Jahren wieder nach Aron zurückkehren zu dürfen.
Es dauerte eine Weile, bis der reiche und verständnisvolle Jon über die Ferne eine kleine Villa in den Ausläufern des nördlichen Stadtteils gekauft hatte und seiner Schwester zur Verfügung gestellt hatte. Zusammen mit zwei Leibwächtern, einer gemütlichen Kutsche und ein wenig Geld – denn immerhin stand der Krieg bevor und Söldner mussten gekauft, Soldaten bezahlt werden – machte sie sich auf die lange Reise nach Aron.

Aufenthalt in Aron

Seine/Ihre Beschäftigung, gelernter/ausgeübter Beruf, weitere Fähigkeiten:
In den Augen ihrer Brüder sollte die Adelige keinem Beruf nachgehen und sich auf die ‚feinen Künste’ berufen, wie lesen und schreiben, sticken und nähen, reiten und nähen. Doch Dia hat darüber hinaus sich einen leisen Tritt und eine flinke Hand angeeignet. Richtig erlernt hat sie aber die Glaserei, bei der sie es zum Gesellen gebracht hat.

Wo wohnt er oder sie in Aron?
Ein altes, staubiges, lange leer stehendes großes Haus am westlichen Rand des Nordviertels bietet Dia ein Obdach und Komfort. Es befand sich lange Zeit in dem Besitz einer befreundeten Familie und hat erst seit kurzem einen neuen Eigentümer. Zu ihrem großen Schrecken wird die Dame noch feststellen, das alles was irgendeinen Wert hatte, schon gestohlen war.

Charaktereigenschaften und -fähigkeiten

Charakterzüge:
Es ist für Außenstehende schwer einen Blick hinter die schüchterne und abweisende Fassette zu werfen. Gekennzeichnet durch tiefe Lebenswandel und starke Kontraste empfindet Dia vieles deutlich heftiger, als es sein müsste. Ein freundliches Lächeln an sie und sie stellt Zuneigung fest, eine abweisende Geste und sie spricht von ignorieren. Eine immer wieder neu entfachte Angst vor großen, starken und zügellosen Männern hat sie einen so großen Teil ihres Weges begleitet, dass sie diese Macke kaum wieder weggeben wird. Doch der ganze Schrecken über das unglückliche Jahr hat dennoch viele gute Charakterzüge hinterlassen. In ihrer stillen Weise ist Dia durchaus mitfühlend und hat ein Händchen dafür, dieses auf ebenso einfache Art mitzuteilen. Sie ist an den Personen meist ehrlich interessiert und empfindet vieles als Schändlich, das mit Geben und Nehmen und mit Ausnutzen zu tun hat. Aber wie in jedem Fall von großer Weichheit ist sie kaum in der Lage selbstbewusst und dominant ihren Weg zu gehen. Selbst wenn sie sich strafft und versucht, möglichst herrschaftlich auszusehen, bricht ihr Schutz doch bei kleiner Kritik ein.
Einzig wenn sie berührt wird, kann das kleine Mäuschen sich in eine fauchende Katze verwandeln. Immer wieder versaut sie Gespräche und Flirts dadurch, dass sie niemanden an ihre Haut mehr ranlassen will. Allein die wenigen guten Freunde, die sie hat, dürfen sie mal in den Arm nehmen, aber das ist eine große Ausnahme.
Obwohl ihr Schutzbedürfnis groß ist, fühlt sie sich nicht nur in vertrauten Wänden sicher. Oft schon hat sie ein Ritt oder ein Spaziergang ins Freie geführt, aber nur selten wollte sie dabei Begleitung haben. Wie ein verkümmerter Trieb möchte sie noch immer darauf hinweisen, dass sie auch Zeiten hat, in denen sie alleine klar kommt.
Mutlos und viel zu sensibel findet sich die Dame auch oft in Begebenheiten wieder, aus denen sie schnellstens wieder heraus möchte, ohne irgendwen seelisch zu verletzten. Aber allem zum trotz fühlt sie sich viel zu oft allein und vergessen. Tief in ihrem Herzen trägt sie eine Verbitterung über ihr bisheriges Leben mit sich herum. Ein Thema, das sie so gut wie nie anspricht.

Abneigungen:
Die Liste der Dinge ist lang, die Dia nicht mag. Armut, Hunger und Schändung treibt sie schnell zur inneren Verzweiflung, nicht nur, weil sie dann in ihrem früheren Selbstmitleid baden kann, sondern weil ihr Herz mitfühlt. Egoistische Machtkämpfe, scharmlose Witze und Heuchelei sind dagegen schon einfachere Delikte, die sie dennoch deutlich mitnehmen. Wie eine kräftige Hülle umgibt sie das Bild einer Idealen Welt, in der jeder friedlich und mit Freuden leben kann. Alles was an diesem Weltbild kratzt, bekümmert sie. Anfeindungen ihres Charakters oder ihren Wahrnehmungen scheint sie zwar gelassen aufzunehmen, verletzten sie aber zutiefst. Ihrer eigenen Gefühle durchaus bewusst, rastet sie dennoch aus, wenn sie berührt wird, vor allem, wenn Männer sich nach ihr ausstrecken. Jegliche Höflichkeit ist dahin, denn ihre Gedanken kreisen trotz der vielen Jahre wieder bei den unliebsamen Begegnungen. Feiner Misstrauen gegenüber dem starken Geschlecht und instinktive Furcht liegen noch immer wie ein grauer Schleier über ihr.

Vorlieben:
Um die Schönheit eines duftenden Bades, eines weichen Bettes und eines vollen Magens weiß die Adelige. Niemals würde sie all die guten Gaben verachten und nicht zufrieden auf die Kleinigkeiten blicken. Doch neben den Dingen, die ihr Leben reich machen, liebt sie Beschäftigungen. Müßiggang ist zwar kein Fremdwort für sie, aber dennoch braucht sie etwas, um ihren wachen Geist abzulenken, sei es das studieren alter Bücher oder ein gutes Fest. Sie scheint die Natur und die Einsamkeit ebenso zu lieben wie eine tiefe Unterhaltung mit ihren Freunden. Gut erzählte Witze, ohne jeglichen boshaften Kern, können ihr sogar Lachtränen in die Augen bringen. Doch auch in ihren Vorlieben zeigt sich ihr gutes Herz. Ein dankbares Lächeln, eine weitere zufriedene Person und Dia fühlt sich selbst schon um einiges besser.
An ihrer Seite dürfte aber niemals der schon recht alte Hund Merix fehlen. Der alte Hund hatte sie schon seit so vielen Jahren begleitet und ist ein fester Bestandteil in ihrem Leben und ihrer Routine geworden.

Besonderheiten:
Am Auffälligsten und am Beeinträchtigsten ist wohl der Schmerz, den Dia jedes Mal erreicht, wenn sie eine Lüge ausspricht, sodass sie auf den gewundenen Pfaden der Sprache dafür sorgt, immer die Wahrheit zu sprechen.

Wünsche und Ziele

Es ist schwer zu beschreiben, was die Dame sich wirklich wünscht. Obwohl sie kaum einen Mann zu nahe an sich heran lässt, sehnt sie sich dennoch nach dem Schutz dieser Geschöpfe. Obwohl sie sich kaum jemals widersetzt, wünscht sie sich einen starken Charakter und echten Selbstbewusstsein. Obwohl sie ängstlich ist, will sie sich nicht an alte Routinen und Abläufe klammern, sondern auch einen Schritt in etwas Neues wagen – nur dass es nicht von ihr ausgehen darf.
Früher waren ihre Wünsche klar, doch nun hat sie alles, was sie wollte. Sie ist damit zufrieden, aber dennoch fühlt sie, dass ihr etwas fehlt. Vielleicht möchte sie gar den Sinn hinter diesem Leben erkunden? Sie selbst weiß auch nicht wirklich, was ihre Ziele sind.
Am Besten wäre es aber, wenn Zandur und seine schrecklichen Kreaturen zurück geworfen werden würden, ihre Brüder wieder in Frieden leben könnten und sie das gesittete, ehelose Leben weiter führen könnte.