Der Adel in Aran

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Die Entstehung des Adels auf Naromyr

Wann der Adel auf Naromyr entstanden ist, darüber streiten sich die Gelehrten. Aber sicher ist, dass es dieses hierarchische System schon Jahrhunderte besteht und sich mittlerweile etabliert hat. Die ersten Adligen waren vermutlich Stammesführer. Sie beanspruchten eine besondere Behandlung, sie kleideten sich in edle Stoffe und führten ein recht sorgenfreies Leben. Irgendwann haben sich zwei Stämme zusammengeschlossen. Ob diese Vereinigung durch die Folgen einer gewalttätigen Auseinandersetzung, durch eine Heirat oder ob sich einfach andere Menschen im Gebiet des Stamms nieder gelassen haben ist unbekannt. Ein Stamm brauchte Ordnung und der Stammesführer stellte diese ordnende Instanz dar, ab einer gewissen Mitgliederzahl wurde das jedoch zunehmend schwerer. Der Stammesführer könnte einen Stellvertreter eingesetzt haben. Je größer die Gemeinschaften würden, desto mehr Dinge gab es zu Regeln und so wurden immer mehr Menschen zu "Ordnern". Je nach Wichtigkeit und dem Ansehen der Tätigkeit hatten sie mehr oder weniger zu sagen, aber alle waren dem Stammesführer untergeordnet.

Das ist allerdings nur eine der Theorien der Gelehrten, es könnte auch ganz anders gewesen sein.


Der Adel in Aran

Wenn man den Adel in Aran betrachtet, so sieht man zunächst einmal die schillernde Fassade. Also rauschende Feste, Prahlerei und an Verschwendung grenzenden Luxus. Gewänder die mit Gold durch wirkt und mit Edelsteinen besetzt sind, Gelage bei denen sich die Tische unter der Last der Speisen biegen. Aber überall wo es Vorteile gibt, da gibt es auch Nachteile. So sind viele der Adligen dekadent und bestechlich. Dem gegenüber stehen jene Adeligen die den alten Prinzipien von Treue und Ehrlichkeit, Würde und Respekt noch treu ergeben sind, und die ihre Aufgabe im Dienst an der Bevölkerung noch erst nehmen. Frei sind diese Adeligen aber auch nicht wirklich und die Ansprüche an Sitte und Tradition sitzen gerade bei ihnen wie ein enges Korsett das schon so manchem Jungspund die Luft zum Atmen genommen hat.

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Rot dargestelltes sollte erst mit der Spielleitung besprochen werden.

Das Feudalwesen in Aran

Das Feudalsystem in Aran sieht grob so aus: Der König vergibt Lehen an seine Herzöge und diese Teilen die vom König erhaltenen Lehen auf ihre untergebenen Fürsten auf. Folglich steht der König als oberster Lehnsherr an der Spitze der Hierarchie, doch hat auch er Verpflichtungen aus der Verteilung der Lehen. Er ist verpflichtet seine Vasallen zu schützen und sie vor Gericht zu vertreten

Die Aufgaben des belehnten Vasallen sind vielfältig. So muss er Steuern eintreiben und sie an die Staatskasse abführen. Außerdem hat er im Kriegsfall ein Truppenkontingent zu stellen das sich an der Bevölkerung orientiert. Ein großes Lehen muss also logischer weise mehr Kämpfer stellen als ein Lehen das nur aus einem Dorf und ein paar Feldern besteht. Auch die Rechtsprechung gehört zu den umfangreichen Pflichten des Vasallen. Bei Aron - das derzeit von einem Grafen Regiert wird - handelt es sich um ein Schildlehen und dieses hat die hohe Gerichtsbarkeit (auch Halsgerichtsbarkeit oder Blutgerichtsbarkeit genannt)

Unterschiede innerhalb des Adels

Die Unterschiede der verschiedenen Möglichkeiten an einen Adelstitel zu kommen sind vielfältig, aber schnell erklärt:

Erbadel

Der Titel wird durch Abstammung vererbt.

Beuteadel

Der Titel wird durch besondere Verdienste im Krieg verliehen und als Lehen wird Beuteland vergeben.

Geldadel

Titel wird durch ein Vermögen erkauft. Allerdings ist es nicht möglich sich in den Hochadel einzukaufen.

Ehrenadel

Der Titel wird nur formhalber verliehen. Der Träger eines Ehrentitels erhält kein Lehen und hat deshalb auch keinen Herrschaftsanspruch und damit auch keine Einkünfte die er aus den Steuern ziehen könnte.

Neuadel

Der Inhaber des Titels wurde erst vor kurzem in den Adelsstand erhoben.

Rituale des Adels

Alle Rituale des Adels hier aufzuführen - und diese dann noch zu lesen - würde der Rahmen sprengen, deshalb hier einige der wichtigsten.

Anrede

Während die Adligen untereinander recht ungezwungen miteinander umgehen konnten, war es dem einfachem Volk nicht gestattet sie zu duzen. Die gebräuchlichsten Anreden für einen Adligen sind: Ihr und Euch, beim niederen Adel. Beim Hochadel sind Erlaucht und Exzellenz vorgesehen. Man mag einen Adeligen auch mit seinem Titel anreden - also "Graf Ruthgar..." oder "Lieber Baron xyz..."

"Herr" oder "Herrin" ist ebenfalls eine angemessene Anrede. Beim Hochadel, oder wenn der Standesunterschied entsprechend ausgeprägt ist, oder man sich unterwürfig zeigen möchte kann daraus auch ein "Hohe Herrin", oder "Hoher Herr" werden. Da der Adel durchaus empfindlich auf eine unhöfliche Ansprache reagieren kann und Exekutive und Legislative vereint ist höfliches Verhalten jederzeit anzuraten, vor allem wenn man einer Kerkerhaft entgehen möchte.

Kleiderwahl

Die meisten Adligen verfügen über ein großes Repertoire von Kleidern auf das sie zurückgreifen können und je nach Anlass fallen sie schlichter oder üppiger aus. Während sie sich bei offiziellen Anlässen oft in samtene oder seidene Gewänder hüllen, so kann es auch sein das der eine oder andere sich auch mal schlichter kleidet. Bei gewöhnlichen Verwaltungsaufgaben wird man nur selten einen Adligen sehen der sein volles Ornat trägt. Generell kann man davon ausgehen das ein Adliger der über Vermögen verfügt, für fast jede Situation ein anderes Gewand hat.

Vor allem hier wird der Unterschied zwischen dem meist armen Landadel und den niedrigeren Adelsstufen und den reicheren Hochadel sichtbar. Zumindest werden Kenner das an den zum färben verwendeten Farben, der Qualität der Seide und der Güte der Stickereien zu erkennen wissen.

Der Ritterschlag (Schwertleite)

Der Ritterschlag oder die Schwertleite ist ein feierlicher Initiationsritus, mit dem ein Knappe von einem Adeligen in den Ritterstand erhoben wurde.

Adliger: „Und so bringt man jenen Knappen vor mein Antlitz der die Tugenden der Ritterlichkeit erlernt hat? So seht ein letztes Mal in euer Herz und fragt euch, seid ihr wirklich bereit ein Ritter zu sein?

Ein Ritter ist ein Mann der Ergebenheit, der unabdingbaren Treue, des Großmuts und der Freigiebigkeit. Ein Ritter wird nur die Wahrheit sprechen, maßvoll und besonnen Handeln, sowie darin glänzen, dass er stetig und beharrlich seine ehrbaren Ziele verfolgt. Wo andere verzweifeln und erzittern, wird er selbstlos voran schreiten ohne zu zögern und anderen dabei ein Beispiel sein. Des Ritters Kleid ist sein stets wohlerzogenes Auftreten und vor allem den Frauen gegenüber mag er sich ehrerbietig betragen. Die Schönheit im Gange, Gebärde und Rede, der freundliche Gruß, sowie die Achtung älterer Personen und die Pflege des Körpers sind wichtige Regeln der äußeren Zucht, die auch aus ihm mehr machen, als einen normalen Krieger. Er möge sich in Demut üben und ein göttergefälliges Leben führen. Wer in allen Lebenslagen Milde und Zucht bewahre, erstreitet sich die dritte Tugend, das richtige Maßhalten, durch streng geübte Selbstbeherrschung. Als Ritter ist nicht der Reichtum euer Ziel. Es ist nicht die Ehre. Als Ritter habt ihr nur einen Sinn und Zweck: Den Kampf bis zum Tod zum Schutz der wahren Götter, für das Wohl des Königreiches und eures Lehnsherrn. Ihr lebt zum Schutz und für die Verteidigung von Armen, Schwachen, Witwen und Waisen. Das ist von nun an eure heilige Aufgabe. Also blickt ein letztes Mal in euer Herz und findet diese Gewissheit! Seid ihr in der Lage diese Aufgabe zu erfüllen? Dann schwört!“

Knappe: „Ich schwöre bei meinem Herzen, bei meiner Hoffnung auf Erlösung und Wiedergeburt das ich diese Tugenden erlernt habe und achten werde.“

Nach diesen Worten berührte der Adlige den Knappen mit dem Schwert und erhob ihn mit dieser Symbolischen Geste in den neuen Stand. Jedoch hat nicht jeder Adlige das Recht dieses Ritual zu vollziehen. Der Adlige muss mindestens ein Graf sein und über ein eigenes Lehen verfügen.

Die Audienz

Wenn jemand, aus dem einfachen Volk, eine Bitte an seinen Regenten hat, dann kann er um eine Audienz, also eine persönliche Unterredung mit dem Regenten bitten. Es ist zwar nicht üblich Geld dafür zu bezahlen, aber wenn der Bittsteller eine kleine Aufwandsentschädigung anbietet, wird die positive Zusage vielleicht schneller gewährt.

Das Recht der ersten Nacht

Bezeichnet eine Sitte, die dem Regenten erlaubte die Hochzeitsnacht mit der Braut zu verbringen. Dieser Brauch wird zwar nur von wenigen Adligen genutzt und ist nur sehr ungern gesehen, aber dennoch entspricht es gültigem Recht in Aran.

Duelle

Wenn ein Adliger von einem anderem anderem Adligen beleidigt, oder übervorteilt wird, so hat der beleidigte, oder übervorteilte das Recht ein Duell zu fordern. Dieses wird gewöhnlich mit dem Einhandschwert oder mit dem Degen ausgetragen. Gekämpft wird so lange bis einer der beiden Kontrahenten verletzt wurde und keinesfalls bis zum Tod. Dennoch kann es passieren das einer der Duellanten so schwer verletzt wird, dass er stirbt. Für diesen Fall werden zwei Adjutanten bestimmt. Sie kümmern sich im Fall der Fälle Treuhänderisch um die Angelegenheiten des verstorbenen. Dennoch sollte man genau nachdenken, bevor man jemanden zum Duell fordert. Denn schlimmer als der Verlust des eigenen Lebens wäre die irreparable Beschädigung des Rufes.

Fehde

Eine Fehde bezeichnet prinzipiell einen Privatkrieg. Hierbei wird ein Rechtsbruch - zum Beispiel die Besetzung einer fremden Burg, oder ein nicht eingehaltener Schwur - direkt zwischen Geschädigtem und Schädiger geregelt. Der Lehnsherr muss dieser Fehde zustimmen, denn sonst liefert sich der Geschädigte selbst der Gerichtsbarkeit aus. Nur Freie sind berechtigt eine Fehde zu führen.

Die Gnade des Schwertes

Auch Adlige können für Verfehlungen und Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden. Natürlich nicht vom einfachem Volk, denn das Wort eines Adligen wiegt unendlich mehr als das eines Bauers oder eines Kaufmanns. Und auch sogenannte Ehrenstrafen wie das anbinden an den Pranger, dass anlegen einer Schandgeige, oder gar öffentliches Auspeitschen wird ein Adliger niemals erdulden müssen. Allerdings kann ein Verbrechen auch so schwerwiegend sein, dass der König nicht anders kann als den Adligen zu bestrafen. Das sind dann meist Strafen wie Arrest, oder die Aberkennung eines Lehens. Wenn der Adlige aber ein verbrechen gegen die Krone verübt hat, so ist auch dieses Leben verwirkt. Hier greift nun das Recht des Schwertes. Es gestattet dem Adligen sich von einem Scharfrichter und einem scharfem Schwert exekutieren zu lassen. Man wird also nie einen Adligen sehen, der sich vierteilen lassen muss.